Kondenswasser tropft auf Boardcomputer im Just Go / Ford Chassis

Kaum hatten wir das Wohnmobil gekauft und die Wasserorgie in der Trittstufe und Motorraum gelöst, wurden wir von Berichten über durchdrehende Bodycomputer / Boardcomputer erneut aufgeschreckt.
Bisher, also im Sommer, hatten wir eigentlich wenig mit Kondenswasser an den Frontscheiben zu tun. Das änderte sich dann im Herbst schlagartig. Es ist schon viel Wasser, das sich speziell an der Frontscheibe sammelt. Damit es schön ablaufen kann, hat Ford einen Spalt zwischen der Windschutzscheibe und dem Armaturenbrett vorgesehen. Von da soll das Wasser in den Fußraum abtropfen und dann wohl während der Fahrt verdunsten. Nur Wohnmobil stehen viel und fahren wenig und fatalerweise ist der Bodycomputer genau an einer Stelle wo das Wasser hin tropft.
Der Bodycomputer steuert alles außer dem Motor und Getriebe. Somit ist die Liste der Fehlermeldungen, wenn die leeren Buchsen und mit Stecker belegten Buchsen mal oxidiert sind, zufällig und sehr lang. Am Ende, nach einigen Jahren wird es eine sehr teure Reparatur. Nur den Bodycomputer zu tauschen wird auch nicht lange helfen, denn sind die Stecker mal oxidiert, dann hilft nur der Austausch. Bei bis zu 96 Pins am Stecker ist das fast unmöglich und den ganzen Kabelbaum tauschen, geht schon gar nicht.
Um erst gar nicht in diese Situation zu kommen, haben wir viel auf verschiedenen Foren gelesen. Am Ende haben wir uns für 2 Lösungen entschieden.

1. Es gibt eine TSI von Ford (TSI 22-2099), die das Problem auf Garantie vorgängig behebt. Es wird dabei eine Art Rinne über dem Bodycomputer installiert und das Wasser besser in den Fußraum leitet. Unser Problem war einen Ford Händler zu finden, der bereit war diesen Garantievorgang zu machen. Wir haben 6 Monate gesucht und zu guter Letzt einen unnötigen Ölwechsel nach 2000km machen lassen, damit der Händler auch was verdienen kann.
Aber am Ende ist dies auch keine perfekte Lösung, denn in der kühlen Jahreszeit ist das einiges an Wasser was da in den Fußraum laufen kann und verdunsten muss.

2. Deshalb haben wir eine weitere Lösung eingebaut. Zwischen Windschutzscheibe und Armaturenbrett haben wir über die gesamte Breite einen verdichteten Moosgummi hineingedrückt. Mit dieser Lösung läuft keinerlei Wasser mehr unter / hinter das Armaturenbrett. Das Moosgummi gibt es bei: https://kantenschutzprofi.shop/ VKP10x15 Moosgummi EPDM – Vierkantprofil 10×15 mm Gummiprofil.
Unser Dank geht an Thomas Wiltsch aus dem Facebook Forum Wohnmobile auf Ford – Basis , der diese Idee postete.

Tropfende Kederleiste an der Rückwand nervt

Tropfen an der KederleisteWir haben das nervige Problem mal genauer analysiert. Das Problem ist die Kederleiste selbst. Bei unserem Dethleffs Wohnmobil JustGo 7055 ist diese aufgeklebt, aber eben nicht wasserdicht. Somit läuft das Dachwasser nach dem Regenende langsam über die Rundung des Daches ab und teilweise hinter die Leiste. Die hat auf der Rückseite kleine Stege, und da läuft es zwischen der Rückwand und der Leiste bis zu den Seiten, wo die grauen Plastikohren den Abschluss bilden. An diesen läuft es dann gemütlich bis zur Unterkante und tropft geräuschvoll auf den Simms der Rücklichter.

Erst wollten wir die Leiste von oben korrekt abdichten, aber das hätte das Problem nicht gelöst, denn das Wasser wäre dann immer noch zum Leistenende gelaufen und abgetropft. Somit war klar, man muss das Wasser zurück zur Rückwand leiten und es daran herunterlaufen lassen.

Komplett montiert und angeklebtUnsere Lösung: Ich habe eine kleine U-Schiene aus dem 3D-Drucker mit ganz leichtem Gefälle unter die Aluleiste geklebt. Diese geht am unteren Rand bis zur seitlichen Abschlussleiste und hat eine kleine Öffnung zur Rückwand. Getestet haben wir das Ganze in einem regenreichen Urlaub. Nachts regnete es immer mal wieder in Strömen und nachdem das Trommeln auf dem Dach aufgehört hatte, gab es kein nerviges Tropfen mehr. Außerdem sehen wir jetzt, vom Auslass der U-Schiene nach unten, einen Regenstreifen als Funktionsbeweis.

Detailbild für das abfeilenLeider geht diese Änderung nicht ohne Schäden ab. Wir haben die Plastikohren am unteren Rand mit einem Bandschleifer und einer Diamantfeile bearbeitet, damit die U-Schiene durchlaufen kann. Es ist vermutlich einfacher, wenn man den unteren Rand ganz abschneidet. Das Material ist übrigens sehr zäh!
Die Ohren kann man übrigens für 15€ nachkaufen, wenn man das zurück bauen will.

Die Modifikation ist fast unsichtbar. Aufgeklebt sind die kleinen U-Schienen mit Dekalin 8936. Die 3D-Druckdateien kann man mit diesem Link herunterladen. Gedruckt habe ich mit silbergrauem ABS+ bei 260°C, 100% Füllung (Infill), mit einer 0,4mm Düse und 0,2mm Schichten (Layer). Die Zip-Datei enthält zwei Versionen, jeweils mit einer U-Schiene für Links und einer für Rechts. Die Version 1 hat sehr dünne Wände und ist dadurch sehr filigran. Die Version 2 hat dickere Wände, die gerade noch so in die Schiene passen.